
Letzte Woche saß ein Kunde bei mir am Tisch und hat gefragt: „Haben Sie sowas schon mal gemacht?“ Ich hab kurz gestutzt. Nicht weil die Frage schwer war. Sondern weil sie mir fast nie einer stellt.
Beim Auto, beim Friseur, im Laden – überall lassen wir es durchgehen
Denk mal nach. Du bringst dein Auto in die Werkstatt und fragst nicht, ob der Mann den Fehler schon mal behoben hat. Du gehst zum ersten Mal zu einem Friseur, setzt dich hin und sagst, was du willst – aber du fragst nicht, ob er diesen Schnitt schon mal geschnitten hat und ob du ein Bild davon sehen kannst. Du lässt dich im Laden beraten und gehst einfach davon aus, dass der hinter der Theke weiß, wovon er redet.
Ich mach das genauso. Wir alle machen das.
Und dabei wär die Frage so einfach.
Beim Arzt wäre das undenkbar, in der Wirtschaft ist es Alltag
Bei einem Arzt käme keiner auf die Idee zu sagen: Passt schon, ein bisschen Übung fehlt mir noch, aber wir probieren es. Da ist der Fehler nicht eingeplant. In der freien Wirtschaft schon. Da wird verkauft und dann geschaut, wie man das hinkriegt. Der Kunde zahlt das Lehrgeld und merkt es meistens nicht mal.
Ich find das nicht in Ordnung. Ich würde nie etwas anbieten, von dem ich nicht überzeugt bin, dass ich es auch wirklich kann.
Die Leute schauen inzwischen genau hin – nur auf das Falsche
Bei den Sternchen im Netz sind wir kritisch geworden. Vier von zehn lesen inzwischen immer die Bewertungen, bevor sie irgendwo hingehen – vor einem Jahr waren es noch knapp drei (BrightLocal 2026). Drei von zehn beauftragen nur noch, wer richtig gut benotet ist. Sieben von zehn wollen, dass die Bewertungen frisch sind, nicht älter als drei Monate.
Nur: Sterne sagen dir, dass jemand nett und pünktlich war. Sie sagen dir nicht, ob der genau das kann, was du gerade brauchst.
Was ich dir zeige, bevor du einen Auftrag unterschreibst
Deswegen mach ich es umgekehrt. Ich hab einen Chatbot gebaut – so einen Helfer, der auf einer Webseite Fragen beantwortet. Der läuft bei mir selber. Du kannst ihn anschreiben, bevor du ihn kaufst, und du kannst dir anschauen, wie er bei meinen Kunden auf deren Seiten arbeitet. Nicht in einer Vorführung. Im echten Betrieb.
Beim Fotografieren dasselbe. Wenn ich Models ablichte, siehst du an den Bildern sofort, wie ich arbeite und ob dir das taugt. Und wenn ich eine Webseite mache, schick ich vorher einen Entwurf, wie es ungefähr aussehen könnte – zusammen mit den Seiten, die ich schon gebaut hab. Dann kannst du sagen: Gefällt mir. Oder eben: Gefällt mir nicht.
Drei Sätze, die du dir merken darfst
Zeigen Sie mir bitte etwas, das Sie in der Art schon gemacht haben. Wer war der letzte Kunde, bei dem das so gelaufen ist? Und: Was passiert, wenn es nicht funktioniert?
Wer das kann, antwortet gern. Wer es nicht kann, redet drumherum. Das merkst du in zwanzig Sekunden.
Mein Kunde von letzter Woche hat übrigens genau das gemacht. Ich hab ihm drei Sachen gezeigt, er hat zehn Minuten geschaut und dann zugesagt. So gehört sich das. Frag mich ruhig – ich hab gern eine Antwort parat.
Servus, Markus
