
Anfang August hab ich dir hier geschrieben: Lad dein Video zuerst auf TikTok hoch und erst danach auf Instagram. Das gilt weiter. Nur fehlt die zweite Hälfte davon, und die ist die unangenehmere. Instagram schaut nämlich inzwischen ziemlich genau hin, ob das, was da hochgeladen wird, überhaupt von dir ist.
Ein Wasserzeichen macht aus fremdem Material kein eigenes
Der Klassiker: Video bei TikTok gebaut, dort runtergeladen, bei Instagram wieder rauf. Unten links klebt das kleine TikTok-Logo. Genau das erkennt Instagram und schiebt so ein Video in den Empfehlungen nach hinten. Es ist nicht gesperrt, es wird nur fast niemandem mehr vorgeschlagen. Du siehst nichts davon – außer, dass halt keiner schaut.
Das Gleiche gilt fürs Weiterreichen von fremden Sachen. Ein fremdes Video mit einem Namensschild drunter ist kein eigener Beitrag. Und ein Bildschirmfoto von einem fremden Beitrag erst recht nicht. Instagram will einen erkennbaren eigenen Anteil sehen: deinen Kommentar dazu, deinen Schnitt, deine Sicht auf die Sache.
Wer nur weiterreicht, fliegt aus den Empfehlungen
Seit dem Frühjahr gilt das nicht mehr nur für Videos, sondern für alles, was du postest. Wer über einen Monat hinweg überwiegend fremdes Material hochlädt, wird als reiner Weiterverteiler eingestuft. Die Folge: Dein Zeug taucht in den Vorschlägen nicht mehr auf. Deine bestehenden Leute sehen dich weiter – neue kommen keine mehr dazu.
Die Grenze liegt bei etwa zwei Dritteln fremdem Bild oder Ton. Und das trifft im Mittelstand mehr Betriebe, als man denkt: die Baufirma, die Herstellerbilder postet. Der Händler, der Produktvideos vom Lieferanten durchreicht. Beides sieht nach Betrieb aus, ist aber für Instagram fremde Ware.
Worauf Instagram stattdessen schaut
Adam Mosseri, der Instagram-Chef, hat die drei wichtigsten Punkte selber genannt: wie lang die Leute dranbleiben, wie viele davon ein Herzerl dalassen – und wie viele es einem Freund schicken. Wichtig ist dabei das Verhältnis, nicht die nackte Zahl. 800 Herzerl von 8.000 Leuten, denen das Video gezeigt wurde, zählen mehr als 2.000 von 100.000.
Das ist eigentlich eine gute Nachricht für kleine Betriebe. Du brauchst keine Riesenreichweite. Du brauchst ein Video, das die paar hundert Leute, die es sehen, auch wirklich anschauen und weiterschicken.
Was ich dir rate
Bau dein Video einmal ordentlich und lad es überall frisch hoch – als Datei, ohne Wasserzeichen, nicht als Download vom anderen Kanal. Wenn du fremdes Material verwendest, dann pack was Eigenes dazu: deine Stimme, deinen Handgriff, deine Meinung. Und wenn du merkst, dass du seit Wochen nur Sachen durchreichst, die jemand anderes gemacht hat – dann ist nicht Instagram dein Problem.
Servus.
Belege: SocialPilot zum Reels-Ranking und brandneo zum Instagram-Algorithmus 2026.
