Warum du auf Google gefunden wirst, es dir aber nichts bringt

Warum du auf Google gefunden wirst, es dir aber nichts bringt
Bild: KI-generiert

Google gibt die Antwort inzwischen selber

Früher war das ein Handel: Du stellst was ins Netz, Google schickt dir Leute vorbei. Heute schreibt Google die Antwort einfach oben auf die Seite. Zusammengebaut aus deinem Text und dem von zehn anderen. Wer sucht, liest die Antwort und ist fertig. Deine Seite steht weiter drunter – nur schaut da keiner mehr hin.

Du bist also nicht schlechter geworden. Du wirst nur nicht mehr gebraucht, um die Frage zu beantworten.

Wie stark das inzwischen durchschlägt

Rund sieben von zehn Google-Suchen enden heute, ohne dass jemand irgendwo draufklickt. Steht oben so eine fertige Antwort, wird es noch dünner: Statt fünfzehn von hundert Leuten klicken dann nur noch acht weiter. Und auf die Quellen unter der Antwort klickt fast keiner, etwa einer von hundert. Nachgemessen hat das unter anderem das Pew Research Center.

Bei uns im deutschsprachigen Raum sieht es genauso aus: gleich viele Anzeigen bei Google, knapp achtzehn Prozent weniger Leute auf der Seite. Einzelne Seiten haben bis zu vierzig Prozent verloren.

Es erwischt aber nicht jeden gleich

Und da wird es interessant. Erwischt hat es vor allem die, die dasselbe erzählen wie tausend andere auch. „Was ist eine Wärmepumpe“ – das kann Google selber, dafür braucht dich keiner.

Was Google nicht kann: sagen, wer das Ding einbaut, in vierzig Kilometern erreichbar ist, nächsten Monat Zeit hat und zeigen kann, was er schon gebaut hat. Da ist die Maschine raus. Da fängt dein Geschäft an.

Schreib das auf, was nur du weißt

Also hör auf, Allgemeinwissen zu erklären. Schreib stattdessen auf, wie lang so ein Auftrag bei dir wirklich dauert. Was er ungefähr kostet. Wo es typischerweise schiefgeht. Welchen Fehler die Leute immer machen, bevor sie bei dir anrufen.

Zwei Sätze mit einer echten Zahl aus deinem Betrieb sind mehr wert als drei Seiten Gerede. Dazu dein Name, dein Gesicht, dein Ort. Und echte Bilder aus deinem Betrieb statt Katalogfotos, auf denen fremde Leute lächeln.

Und miss es künftig am Telefon, nicht am Zähler

Wenn kaum noch einer klickt, taugt die Besucherzahl nicht mehr als Maßstab. Zähl lieber, was dir wirklich was bringt: Anfragen, Angebote, Aufträge. Frag die Leute am Telefon, wie sie auf dich gekommen sind – kostet fünf Sekunden und ist ehrlicher als jede Auswertung.

Und einmal im Monat tippst du deine fünf wichtigsten Kundenfragen selber bei Google und ChatGPT ein und schaust, ob dein Name auftaucht. Eine halbe Stunde, mehr Erkenntnis als jedes Diagramm.

Was ich dir für diese Woche mitgeben will

Setz dich hin und schreib die fünf Fragen auf, die dir Kunden am Telefon wirklich stellen. Nicht die, von denen irgendein Programm behauptet, es gäbe sie. Beantworte sie so, wie du es am Telefon auch tun würdest – und bau sie auf deiner Webseite ein. Oder lass sie einbauen.

Dann bist du wieder der, den man braucht – und nicht bloß einer, aus dem sich die Maschine bedient.

Servus, Markus

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