Warum aus immer mehr Projekten einfach eine Nullnummer wird

Markus Geretshauser haelt eine grosse Null in der Hand, Fotostudio
Bild: KI-generiert

Ich erleb’s immer wieder: Man startet gemeinsam ein Projekt, alle sind dabei, und dann verliert mittendrin einer die Lust. Meldet sich nicht mehr. Man macht noch einen Termin aus – und dann sagt derjenige ab. Oder taucht gar nicht erst auf. Kurz danach seh ich ihn dann auf Social Media unterwegs, quicklebendig. Vergessen hat er’s also nicht. Er ist einfach nicht gekommen. Dazu kommt oft noch dieses halbherzige Arbeiten ohne jede Leidenschaft – Hauptsache irgendwas gemacht, und am liebsten sitzt man eh nur daheim und scrollt am Handy. Ehrlich gesagt: furchtbar.

Das ist kein Einzelfall, das hat einen Namen

Was ich da erlebe, nennt sich mittlerweile „Business-Ghosting“ – und es betrifft fast jeden, der selbststaendig arbeitet. Der Freelancer-Kompass 2026, fuer den freelancermap zwischen November 2025 und Februar 2026 ueber 5.400 Selbststaendige befragt hat, zeigt: 84 von 100 Befragten haben so etwas schon erlebt. Die meisten trifft’s gleich am Anfang, beim ersten Kontakt. Aber jeder Zehnte erlebt genau das, was ich beschrieben hab – dass jemand erst mittendrin im Projekt abtaucht. Genau da, wo man sich aufeinander verlassen koennen sollte.

Die Folgen bleiben nicht ohne Wirkung

Das Fiese daran: So ein Ghosting verbrennt nicht nur den einen Termin, sondern das ganze Vertrauen danach. In derselben Befragung sagen 36 von 100, dass sie nach so einer Erfahrung gar keinen neuen Kontakt mehr suchen wuerden. Nochmal 36 sind unentschlossen. Nur knapp jeder Dritte gibt der Sache ueberhaupt noch eine Chance. Wenn ich mir ueberlege, wie viel Zeit und Energie in so ein gemeinsames Projekt reinfliesst, bevor es kippt – dann ist das kein kleiner Schaden.

Woran ich das festmache, ist am Ende ganz simpel

Ich glaub, das haengt am Ende an der Person, nicht am Handy. Manche sind einfach nicht verlaesslich, egal ob’s um ein Projekt, einen Termin oder eine Zusage geht – das war schon vorher so und wird durchs Handy nur sichtbarer, weil man eben sieht, dass derjenige zeitgleich woanders aktiv ist. Wer sich an Zusagen haelt, tut das auch ohne Druck. Wer nicht, findet immer eine Ausrede, und die Ablenkung von heute macht es ihm nur leichter, sie sich selbst zu glauben.

Was ich daraus mach

Ich sag mittlerweile frueh und klar, was ich brauch, und lass mir nicht mehr jeden halbherzigen Anlauf gefallen. Wer ein Projekt anfaengt, sollte auch bereit sein, es zu Ende zu bringen – oder wenigstens ehrlich absagen. Ein klares Nein ist mir tausendmal lieber als ein Termin, der einfach verpufft.

Und falls du grad selber jemanden wartest, der nicht kommt: Du bist nicht allein damit. Aber warten musst du trotzdem nicht ewig.

Servus,
Markus

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